Der Präsident – Stückinfo

Eine Legende tritt ab

Man soll immer aufhören, wenn es am schönsten ist! Und heute ist es soweit: Gerhard Herzog, der langjährige Vereinspräsident, tritt ab. Es soll ein würdiger Abschied werden, denn seit  44 Jahren engagiert sich Gerhard schon für seinen Verein. Eigentlich arbeitet er in seinem Steuerberaterbüro, aber die Abende und Wochenenden gehören ganz dem Verein, in dem er groß geworden ist.

Als vor 16 Jahren der damalige Vorsitzende und langjährige Präsident starb und einen Scherbenhaufen hinterließ, da wollte keiner die Nachfolge antreten, außer Gerhard. Der neue Präsident hat damals eine Menge bewegt, hat den Laden wieder auf Vordermann gebracht. Es könnte alles so schön sein, wenn, ja wenn sie ihm nicht den neuen Vorsitzenden vor die Nase gesetzt hätten, den schönen „Fräänk“. Als ihm auch noch sein Vize sagte „Du stehst nur noch im Weg.“, zog Gerhard die Konsequenzen.

Aber heute Abend ist es soweit. Er, der scheidende Karnevalspräsident, hält seine letzte Büttenrede und dann endlich bekommt er ihn: Den höchsten Faschingsorden, den „Goldenen Löwen mit Brillanten“. Aber bis es soweit ist, hat Gerhard Herzog noch etwas Zeit. Und zwischen Umziehen, Schminken und Textmemorieren erinnert er sich an seine Zeit als aktiver Fastnachter, als Präsident und Elferratsvorsitzender. Das war nicht immer alles lustig.

„Awwer es muss jo änner gewwe,….der den Wech vorne nausgeht! Un des war halt, iwwer lange Johre, war des halt ämol ich!“

„Der Präsident“ ist beileibe kein reines Karnevalsstück, sondern auch für überzeugte Faschingsmuffel und zu jeder Jahreszeit geeignet. Denn das Stück handelt von den Wünschen und Sehnsüchten eines Mannes in den Fünfzigern, der feststellen muss, dass seine Träume und Wünsche vielleicht nicht unbedingt mehr in Erfüllung gehen werden. Mit dem Publikum als verschworenem Gegenüber hält Gerhard Herzog eine äußerst intime Rückschau auf sein Leben. Nicht immer komisch, nicht immer tragisch, aber immer sehr unterhaltsam.

Es spielt
Thomas Kölsch

Buch
Walter Menzlaw, Thomas Kölsch

Regie
Walter Menzlaw

Bühnen- und Kostümbild
Friederike Hildenbrand

Premiere am 25. September 2015