Kennen Sie die Milchstraße? – Stückinfo

Eine Komödie von Karl Wittlinger

„Das menschliche Leben und die Behörden – das hat überhaupt nichts miteinander zu tun.“

Sem Kiefer kommt spät aus dem zweiten Weltkrieg zurück und wurde zu Hause bereits für tot erklärt. „Wenn du dabei gewesen wärst, was das für ein Affenzirkus war mit den Behörden, bis wir dich tot gehabt haben… Du glaubst ja net, wie zäh so ein Mensch ist – auf dem Papier.“ Da es ihn also nicht mehr gibt und – soll die amtliche Ordnung nicht in die Brüche gehen – auch nicht mehr geben darf, schlüpft Sem Kiefer in die amtlich noch existierende Person Johannes Schwarz. Der ist nun zwar wirklich tot, aber Kiefer hat dem gefallenen Fremdenlegionär die Personalpapiere abgenommen. Es stellt sich heraus, dass der Tote ein Zuchthäusler war. Kiefer muss mit den Papieren von Schwarz auch dessen Schicksal übernehmen. Vergeblich versucht er Dinge wieder geradezurücken, die er nie verbrochen hat. Aber Sem gibt nicht auf: „Etwas gibt’s, das ist bei mir noch nie krank geworden: die Hoffnung; und die ist bei mir so anspruchslos, dass ich sie immer satt kriege.“

Inzwischen hat Sem Kiefer Zuflucht im Irrenhaus gefunden. Dort lebt er als Milchkutscher der Anstalt. Vor den Insassen spielt Sem zusammen mit seinem Psychiater sein Leben vor. Am Schluss stellen beide fest: Wenn man da, wo man ist, nicht bleiben kann, muss man woanders hin. Und wenn es ein Urlaub ist auf einen Stern in der Milchstraße, wo man die Menschen „von oben zu sehen bekommt“

„Kennen Sie die Milchstraße?“ von dem gebürtigen Karlsruher Karl Wittinger, war in den späten 50er Jahren eines der erfolgreichsten Theaterstücke in der Bundesrepublik und hat wieder eine verblüffende Aktualität.

 

Premiere am Freitag, 23. Februar 2018

Es spielen
Ben Hergl und Thomas Kölsch

Regie und Bühnenbild
Siegfried Bühr

Buch
Karl Wittlinger

Kostümbild
Kristina Baumert

Regieassistenz
Angelika Drexler-Ferrari

Rechte
Felix Bloch Erben

Technik
Patrick Frautschi

Toneinspielungen
Karl Atteln