Der Lavendel der Langgässer


Chawwerusch Theater
Obere Hauptstraße 14
76863 Herxheim bei Landau
Telefon 07276/5991

Wegbeschreibung

Pressestimme
 

"(...) Ein Stück (Nach-)Kriegsgeschichte, eine intelligente Gesellschaftsstudie, ein spannendes Dichterporträt, vor allem aber das Herantasten an eine hochkomplexe Mutter-Tochter-Beziehung bündeln sich in Ro Tritschlers ergreifendem Stück „Der Lavendel der Langgässer", das am Samstag im Herxheimer Chawwerusch-Theater in einer beeindruckenden Inszenierung uraufgeführt wurde.
Ro Tritschler lässt in Rheinzabern zwei ver- und zerstörte, irgendwie Süchtige aufeinandertreffen. Die Tochter (Franziska Trischler) ist der Vergangenheit, die Mutter der Zukunft verfallen und unweigerlich verpassen beide die große Chance der Gegenwart, mit der nun nicht nur das Publikum, sondern auch Lorle (Bettina Forster), eine junge Rheinzabernerin, die Langgässer als Schreibkraft beschäftigt, konfrontiert werden. Diese Konfrontation wird von allen drei Schauspielerinnen mit großem Impetus und Einfühlungsvermögen befördert und durch die physisch und psychisch ungemein präsente Felix S. Felix in der Doppelrolle der intellektuellen Protagonistin und bodenständigen Gastgeberin auf die Spitze getrieben.
Ihre Beweggründe werden durch Ro Tritschlers umsichtige, sowohl mit zeitlichen Parallelen als auch Rückblenden arbeitende Regie raffiniert ausgelotet, zugleich aber mit kurzen, schnellen und harten Szenenwechseln verschärft. Dass die bauernschlauen Rheinzaberner Bürger dabei nicht ausgespart werden, sondern (...)ihre „uffgebrezelte", aus Berlin hereingeschneite Mitbürgerin mit keckem Mundwerk und gesalzenem Humor zum Dorftratsch machen dürfen, schenkt dem „Lavendel der Langgässer" eine frische Brise, die den schweren Stoff leichter zugänglich und zu einem außergewöhnlich bereichernden Theaterabend macht."
(Auszug aus der Premierenkritik von Brigitte Schmalenberg in DIE RHEINPFALZ)

Zum Stück
Theaterstück von Ro Tritschler

Der Lavendel der Langgäser
Ein Stück Nachkriegsgeschichte
Als Lorle eine junge Frau aus Rheinzabern, morgens mit ihrer neuen Reiseschreibmaschine in den Zug steigt, ahnt sie nicht, dass sie bald aus der beschaulichen dörflichen Idylle herausgerissen und Zeugin einer der tragischsten Mutter-Tochter-Beziehungen im Deutschland der Nachkriegszeit wird.

Die Schriftstellerin Elisabeth Langgässer erwartet am selben Bahnsteig ihre Tochter Cordelia. Die Tochter hat Auschwitz überlebt und nun treffen sich Mutter und Tochter nach fünf Jahren der Trennung wieder. Beide ersehnen diese Begegnung. Und doch belastet etwas Dunkles, Geheimnisvolles das Wiedersehen. Lorle und mit ihr das ganze Dorf werden langsam hineingesogen in die Geschehnisse. In der Kirche, beim Friseur und im Wirtshaus, überall scheint die Sternguckerin, wie die Dorfbewohner die Langgässer nennen, präsent zu sein. Bis auch das Dorf sich die Frage stellen muss: Vergessen oder erinnern? Verschweigen oder verzeihen? Und kommt es tatsächlich soweit, dass nur noch der Gartenzwerg im Wirtshaus Hubertus die Antwort weiß?

Zwischen 1945 und 1955 galt Elisabeth Langgässer als eine der bedeutendsten Literatinnnen Deutschlands. In der grausamen Arithmetik der Nazis als „Halbjüdin“ eingestuft, hatte sie während des Nationalsozialismus Publikationsverbot .
In Alzey geboren, verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre 1948-1950 in Rheinzabern. „Ein süßes Bauerndorf in der Pfalz – wie aus dem Bilderbuch genommen…“ wie sie schreibt. Aber lebte sie wirklich in einer Bilderbuchidylle, nachdem sie und ihre Familie mit dem sprichwörtlich letzten Zug aus dem belagerten Berlin entkommen konnte? Mit dieser Produktion präsentiert das Chawwerusch Theater einen außergewöhnlichen Blick auf die Nachkriegsgeschichte, von Ro Tritschler sorgfältig recherchiert und spannend in Szene gesetzt. Bei aller Tragik entfaltet „Der Lavendel der Langgässer“ aber auch eine zarte, unaufdringliche Komik.

Weiter Informationen finden Sie unter diesem Link

Es spielen
Felix S. Felix
Bettina Forster
Franziska Trischler

Buch und Regie
Ro Tritschler
Dramaturgie
Franz Xaver Ott
Bühnenbild
Martin Metz
Musik/Toneinspielung
Karl Atteln
Stimmarbeit
Franziska Trischler
Näharbeiten
Heike Malthaner, Nicole Schneider
Bühnenbau
Stephan Flick
Regieassistenz
Sybille Romeis

Literaturwissenschaftl. Beratung
Dr. Sonja Hilzinger

Premiere am 6. Febr. 2010
im Chawwerusch Theatersaal

Wir danken für Unterstützung

Danke auch
dem Kreis Südliche Weinstraße,
dem Bezirksverband Pfalz,
der Ortsgemeinde Herxheim,
der Stadt Alzey,
Gemeinde Rheinzabern

     
Dankeschön: Textauszüge mit freundlicher Genehmigung von Claasen Verlag in der Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin,
Carl Hanser Verlag München, Verlag zur Megede, Seeheim-Jugenheim
Danke auch: Gerhard Beil, Annel Heidt, Elisabeth Hoffmann, Annette Hoffmann, Monika Köhn, Sabine Lutzmann, Herrn und Frau Müller (Elisabeth Langgässer Stiftung), Michael Reissenberger, Birte Hebold, Friedemann A. Nawroth, Iris Beiner, Brillen Hammer Herxheim
 
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