Eine Nacht im August / Une nuit au mois d´août

Eine Nacht im AugustEine deutsch-französische Liaison / Une liaison franco-allemande

Den historischen Hintergrund des Stücks bildet eine politisch motivierte Aktion am 6. August 1950 am St. Germanshof, in der Nähe von Wissembourg. Über 300 Studentinnen und Studenten aus Frankreich, Deutschland und anderen Ländern rissen gemeinsam einen Grenzbaum nieder. Er wurde als „Scheiterhaufen der Nationalstaaten“ verbrannt.

Die jungen Leute kommen von beiden Seiten der Grenze und sie kommen am helllichten Tag. Und natürlich kommen sie aus unterschiedlichen Motiven.

Da ist z. B. Martin. Der saß gerade eben noch gemütlich beim Angeln und findet sich jetzt inmitten einer gesamteuropäischen Demonstration wieder. Mit Politik will er, der ehemalige Flakhelfer, eigentlich nichts mehr zu tun haben. Umso mehr interessiert er sich für Klara, das Mädchen aus der Nachbarschaft. Die studiert inzwischen in Heidelberg. Und aus der kleinen Spielkameradin ist eine erwachsene Frau mit politischen Ideen und Visionen geworden. Als seine heimliche Liebe Martin von dem Vorhaben an der Grenze erzählt, lässt er seine Angel liegen und geht einfach mit.

An der Grenze treffen sie unter anderem auf Martine und Jacques. Sie, Studentin aus Strasbourg, und er, Journalist aus Paris, nähern sich von französischer Seite dem Grenzposten. Der ist besetzt von einem deutschen und einem französischen Grenzer, die beide noch nicht ahnen, was gleich auf sie zukommen wird. Sie haben ganz andere Probleme: Sie mögen sich nämlich nicht und ziehen sich gegenseitig mit ihren ach so „landestypischen“ Macken und Vorurteilen auf.

„Wie eine Jeanne d´Arc wirft sie sich dem Zöllner entgegen!“ wird Jacques in sein Notizbuch schreiben. Und so war es auch geplant. Martine sollte eigentlich den französischen Grenzer mit ihrem Charme und einer wohldosierten Menge Parfum ablenken. Aber dann geht etwas schief und am Ende hat Jacques, der als Journalist eigentlich neutral bleiben wollte, ein Gewehr in der Hand und die beiden verfeindeten Zöllner finden sich eingeschlossen in einem engen Zollhäuschen wieder. Und zu allem Überfluss tauchen dann auch noch der „deutsche Michel“ und die französische „Marianne“ auf.

Was nun …?

Fünfzig Jahre nach den Élysée-Verträgen zur deutsch-französischen Freundschaft lädt das Chawwerusch Theater dazu ein, auf die wechselvolle Geschichte der beiden Länder zu blicken.

Es liegt also „eine Nacht voller europäischer Vereinigungen“ vor den Protagonisten – und der Zuschauer ist hautnah dabei.

Die jungen Leute wollen ihre Grenzen im Kopf und im Herzen überwinden und sich im Niemandsland zwischen Frankreich und Deutschland treffen. Und nun erleben sie eine „Nacht, in der alles möglich ist“ und die in erster Linie die verändert, die sie durchleben.

Das Ensemble zeigt die ganze Bandbreite, die Theater zu bieten hat. Tragisch, komisch und herzlich geht es auf der Bühne zu. Im neuen Sommerstück des Chawwerusch Theaters wird gelacht, geweint, gelitten, es wird getanzt, gesungen, gespielt und das in Deutsch, Französisch, Pfälzisch und Elsässisch!

 

Es spielen
Felix S. Felix,
Arthur Gander
Miriam Grimm
Ben Hergl
Camille Holweger
Thomas Kölsch
Stephan Wriecz

Musiker
Matthieu Spehner

Regie
Jürgen Flügge

Autor
Danilo Fioriti

Liedtexte
Michael Bauer

Beratung und Schirmherr
Martin Graff

Bühnen- und Kostümbild
Sebastian Stiebert

Komposition
Ben Hergl

Regieassistenz
Angelika Drexler-Ferrari

Licht- und Tontechnik
Patrick Frautschi
Reinhard Blaschke
Patrick Massler

Französische Partner:
Relais Culturel, Wissembourg
La Choucrouterie; Straßbourg