Zwanzigjähriges Stückjubiläum!
Zauberflöte pur
oder das ewige Theater zwischen Frau und Mann
(Die beiden) wunderbaren Vollblutkomödianten und Allroundkünstler zwischen Zirkusakrobatik, ohne Hemmung vor dem Fall über die Rampe, und waghalsigem Opernton, springen dabei aus dem Stand von einer Rolle in die nächste. Die Inszenierung hat Tempo und Dynamik.
Was blieb, waren geistreiche Unterhaltung und ein herrlicher Spaß… Der eigentliche Reiz geht vom suggestiven Spiel der beiden aus, das nicht nur beim Tangotanzen zu lautloser Musik völlig kongruent bleibt … Theatralische Virtuosität und tiefenpsychologische Binsenweisheiten, gespickt mit plattesten Klischees, schrille Überzeichnung der Figuren und hie und da ein Schuss Mozart als Zauberelixier - der Geschlechterkampf zwischen Hass und heißem Begehren wird so lustvoll wie bissig ausgetragen.
(DIE RHEINPFALZ)
Was geschieht, wenn man einen allseits bekannten Opernstoff nimmt, den Kern freilegt und alles Beiwerk beseitigt, alle Nebenfiguren und sämtliche Chöre streicht und so das Personal auf drei Paare reduziert? Und wenn dann auch noch mehr gesprochen als gesungen wird?
Kann so etwas überhaupt funktionieren?Ja, es funktioniert hervorragend! „Zauberflöte pur“ ist eine interessante, komische, zeitlose Geschichte über das ewige Theater zwischen Frau und Mann. Es handelt sich nicht um eine Persiflage, sondern um eine eigenständige, pure Sicht auf die Zauberflöte.
Die Schauspieler verfolgen die Entwicklung von drei Paaren:
Sarastro und die Königin der Nacht sind in Macht und Liebe gleichzeitig vereint und entzweit. Wenn sie sich am Ende gegenseitig umbringen, gestehen sie sich sterbend ihre ewige Liebe.
Tamino, der jugendliche Held und Pamina, die verwöhnte Tochter der Königin der Nacht, haben sich in ein romantisches Bild voneinander verliebt. Den Prüfungen Sarastros auf Alltagstauglichkeit kann das Paar – trotz einer Zauberflöte - nicht wirklich standhalten.
Ganz anders verhält es sich mit Papageno und Papagena, die sich direkt und in geradezu akrobatischer Form annähern, dass es vor Erotik geradezu Funken sprüht.
„Zauberflöte pur“ steht – mit Unterbrechungen und schon in der zweiten Inszenierung - seit zwanzig Jahren auf dem Chawwerusch-Spielplan. Ein Dauerbrenner ohne Verfallsdatum!