Kennen Sie die Milchstraße? – Stückinfo

Eine Komödie von Karl Wittlinger

Samuel Kiefer kam nach dem Krieg nicht mehr nach Hause und wurde deshalb in seiner Heimatstadt für tot erklärt. Als er ein paar Jahre später äußerst lebendig dorthin zurückkehrt, muss er feststellen: Seine Familie ist tot, seine Verlobte hat inzwischen einen anderen geheiratet und seine Güter haben die Dorfbewohner „gerecht“ unter sich aufgeteilt. Ihn einfach wieder für lebendig zu erklären scheitert an den Gesetzen und dem fehlenden guten Willen von Behörden und Bekannten.

Samuel Kiefer beschließt, eine andere Identität anzunehmen. Die des tatsächlich verstorbenen Johannes Schwarz. Das aber erleichtert die Situation nicht unbedingt. Im Gegenteil. Denn Schwarz hat zu Lebzeiten einige Straftaten begangen, für die er noch nicht gebüßt hat.

Es ist eine verrückte Geschichte, die auch verrückt machen kann, den, der sie erlebt und den, der sie hört. So wird sie auch nicht unmittelbar dargestellt, sondern als Theaterstück in einer psychiatrischen Klinik vor Patienten aufgeführt. Die „Schauspieler“ sind Patient Samuel, der seine eigene Geschichte spielt, und ein Arzt, der jeweils in die verschiedenen Rollen von Samuel Kiefers Gegenüber schlüpft.

Samuel verliert bei allen Widrigkeiten des Schicksals nicht den Mut. Durch seine ironischen, teils melancholischen Worte, fällt es auch den Mitpatient*innen / Zuschauer*innen leicht, der Handlung mit einem Lächeln zu folgen. Was macht das Leben eines Menschen aus, sein biologisches Dasein oder die behördlich-korrekten Daten seines Lebens im richtigen Ausweispapier?

Es spielen
Ben Hergl, Thomas Kölsch

Buch
Karl Wittlinger

Regie und Bühnenbild
Siegfried Bühr

Kostümbild
Kristina Baumert

Rechte
Felix Bloch Erben