Josef und Maria

Josef und Maria

 

Schauspielerisch einwandfrei mimt Thomas Kölsch den steifen und verbohrten „alten Narren” als ein Relikt aus sozialistisch geprägter Zeit. Monika Kleebauer spielt ebenso überzeugend die Maria mit ihren menschlichen Trümpfen, gealtert und überflüssig geworden. Das Verbindende zwischen beiden stellt Maria mit der philosophischen Frage her: „Wo gehört man hin, wenn man zu niemand hingehört?“

(DIE RHEINPFALZ)

Das Stück spielt an einem Heiligabend der Siebziger Jahre. Ort des Geschehens ist ein Kaufhaus nach Ladenschluss. Die letzten Kunden sind gerade mit ihren Geschenken nach Hause geeilt. Jetzt muss die Aushilfsputzfrau Maria die Reste wegfegen. „Die Alte“, wie ihre Schwiegertochter sie nennt, versucht mit ihrer Einsamkeit klarzukommen.

Auch der Wachmann Josef ist ein einsamer alter Mensch, ohne Familie, ohne Bindungen. Er ist noch immer überzeugter Sozialist, ein Übriggebliebener, der hartnäckig an seinem Ziel, eine gerechtere Welt zu schaffen, festhält, festhalten muss, weil ihm ja sonst gar nichts mehr bliebe. Bei seinem Rundgang trifft der kauzige Josef Pribil auf Maria.

In wundervoll verqueren und im Grunde sehr ehrlichen Sätzen erinnern sich die beiden Gestrandeten an ihre gar nicht immer glückliche Kinder- und Jugendzeit und stellen sich die Frage nach der Zukunft. Komisches mischt sich mit Tragischem, Gegenwart mit Vergangenheit, Härte mit Sentimentalität. Mit Fortdauer des Stückes erheben sich die Figuren aus dem Sprach- und Scherbenhaufen ihres Lebens. Und so geschieht schließlich mit Josef und Maria sogar ein kleines Wunder, das Wunder der Heiligen Nacht.


Es spielen
Monika Kleebauer
Thomas Kölsch

Inszenierung
Walter Menzlaw

Autor
Peter Turrini

Textarbeit, Stimmbildung
Sieglinde Eberhart

Bühnen- und Kostümbild
Elissa Bier

Choreographie
Corina Oosterveen

Toneinspielungen/Musik
Karl Atteln

 

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