Theater Szenario zeigt: “Leonce und Lena”

Am Sams­tag 6. Juli um 20 Uhr und am Sonn­tag 7. Juli um 19 Uhr zeigt das Thea­ter Sze­na­rio im Herx­hei­mer Thea­ter­saal sei­ne neue Pro­duk­ti­on “Leon­ce und Lena” frei nach Georg Büch­ner für Men­schen ab 12.

“Müßig­gang ist aller Las­ter Anfang.” Damit wirft das Thea­ter Sze­na­rio die Zuschau­en­den zu Beginn der Insze­nie­rung in die Gedan­ken­welt des Prin­zen Leon­ce vom König­reich Popo — jeder über­nimmt dabei eine Facet­te des melan­cho­li­schen Protagonisten.
Von des­sen Pfad der Trüb­sal und Lan­ge­wei­le wis­sen ihn weder sei­ne Mätres­se Roset­ta, deren Gefüh­le uner­wi­dert blei­ben, noch sein unge­wöhn­lich zwie­ge­spal­te­ner Hof­narr Vale­rio abzubringen.
“Leon­ce und Lena” heißt das neue Thea­ter­stück der Schul­thea­ter­grup­pe. Der Zusatz “frei nach Georg Büch­ner” ist jedoch ernst zu neh­men, denn die Insze­nie­rung bie­tet eini­ge Über­ra­schun­gen und Brü­che, wel­che den ursprüng­li­chen Hand­lungs­strang des ver­gleichs­wei­sen kur­zen Lust­spiels um vie­le Lacher und erstaun­te Gesich­ter ergänzen.

Anfäng­lich schei­nen die Kos­tü­me klas­sisch gehal­ten zu sein, jedoch wird damit schnell gebro­chen, wenn sich bei­spiels­wei­se die Spieler*innen ihre Hawaii­hem­den über­wer­fen, um gemein­sam mit Leon­ce und dem zwei­fa­chen Vale­rio vor den patri­ar­cha­len Pflich­ten in den Süden zu entfliehen.
Vale­rio, der engs­te Freund und Har­le­kin des Prin­zen, tritt nicht nur meta­pho­risch in gespal­te­ner Per­son auf, son­dern wird von vorn­her­ein von zwei Schau­spie­len­den ver­kör­pert, die sich gewis­ser­ma­ßen im stän­di­gen Dia­log mit sich selbst befinden.

Die “patri­ar­cha­len Pflich­ten”, vor denen sie flie­hen wol­len, sind die Zwangs­ver­mäh­lung mit Prin­zes­sin Lena vom König­reich Pipi und die Krö­nung durch den geis­tig umnach­te­ten König Peter. Die­ser plant näm­lich bereits, sofern er sich dar­an erin­nert, im Hin­ter­grund die Hoch­zeit sei­nes Soh­nes Leon­ce. Sowohl der Prinz als auch die Prin­zes­sin, wel­che sich bis dahin noch nie begeg­net sind, wol­len die­sem Schick­sal ent­ge­hen und ver­su­chen, sich aus den Ket­ten ihrer Eltern­häu­ser zu befreien.

Die Schul­thea­ter­grup­pe Sze­na­rio hat aus ihrer Fas­zi­na­ti­on für den roman­tisch, sati­ri­schen Stoff in Zusam­men­ar­beit mit der Cho­reo­gra­fin Kat­ja Kör­ber eine Span­ne an Cho­reo­gra­fien ent­wi­ckelt, wel­che durch die Ober­flä­che der vier­ten Wand bre­chen und der Auf­füh­rung mit ihren aus­drucks­star­ken — von zwei Mit­spie­le­rin­nen eigens kon­zi­pier­ten — Mas­ken und Kos­tü­men einen ganz eige­nen Flair verleihen.

Es spie­len: L. Bentz, L. Grö­schel, S. Helm, C. Kuklin­ski, M. Mundt, R. Mundt, H. Rie­der, H. Schnei­der, N. Uteschov
Regie: Ben Hergl, Adri­an Stoiker

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