Wir und der Lockdown

Liebes Publikum, liebe Freund*innen unseres Theaters,

 Die Auswirkungen der Corona-Pandemie versetzen uns in diesem Jahr nun zum zweiten Mal einen schweren Schlag. Schon im März diesen Jahres waren wir gezwungen, unseren Spielbetrieb komplett einzustellen.
Mit den digitalen Formaten „Drinbleiben.Dranbleiben.“ und „Happy-End-Geschichten“ hatten wir beim ersten Lockdown versucht, Kontakt zu unserem Publikum zu halten. Aber: Theater, ein Live-Erlebnis, verliert in Streaming-Dosen und sonstigen Internet-Häppchen für uns schnell die Würze und den Geschmack.
Die Publikumsreaktionen, das Lachen, das Atemholen, die geflüsterten Kommentare, der Applaus – das geteilte Erlebnis macht das Theater aus, für uns und das Publikum.
Wir hatten große Hoffnungen und viel Energie in ein maßgeschneidertes Hygienekonzepte für unser Haus gesteckt. Angepasst an unsere Räumlichkeiten, einfallsreich, teilweise mit erheblichem finanziellen und organisatorischen Aufwand.
Und das Theaterpublikum: Widerspruchslos hält man Hygieneregeln ein, setzt Masken auf – dankbar, dass endlich wieder was läuft. Die Bedingungen im Saal waren gut, das Publikum hat sich sicher und aufgehoben gefühlt. Nur ein Drittel der Plätze durfte verkauft werden, aber immerhin konnten wir wieder arbeiten.
Und kaum war die Premiere von „Die Drei von der Odyssee“ vom Stapel gelaufen, mussten wir schon wieder die Segel einholen.

Wie weiter?
Unsere Sorge: Werden wir wirklich im neuen Jahr zeitnah unser Haus wieder öffnen können? Wie kann der nächste Lockdown vermieden werden?
Eine dringliche Aufgabe der Politik sollte es deshalb sein, möglichst bald Kriterien für eine spartenübergreifende Kategorisierung von Orten mit Hygienekonzept und jenen mit erhöhter Ansteckungsgefahr zu entwickeln, damit diejenigen, die ihre Lokalitäten relativ sicher gemacht haben, von den Schließungen verschont bleiben und von den Lockerungen als erste profitieren. Allgemein gültige Kriterien helfen zu unterscheiden, was stattfinden darf und was wann wo geschlossen werden muss. Es muss für alle Akteur*innen nachvollziehbar sein.

ZUSAMMEN-HALT
Das ist unser aktuelles Spielzeit-Motto.
Wir hoffen gemeinsam, dass die neuerlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie erfolgreich sein werden und sich die Lage vor Ort und überregional bald bessert.

Danke für die angekündigten „Novemberhilfen“ für die Kulturschaffenden.
Und ein riesiges Dankeschön und einen donnernden Applaus für unser Publikum: ohne Eure unbürokratische Spendenbereitschaft gäbe es uns schon nicht mehr.

Wir wünschen allen Freund*innen, Besucher*innen und Unterstützer*innen unseres Hauses Gesundheit, Optimismus und die nötige Ausdauer bis zur nächsten Vorstellung.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!
Ihr Chawwerusch Team, 26.11.2020