Kunst muss frei bleiben. Menschen auch.
„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ (Friedrich Schiller)
Mit großer Sorge blicken wir nach Sachsen-Anhalt. Die papierenen Worte des Regierungsprogramms der AfD könnten, nach der Landtagswahl, Brennstoff für ein Inferno sein, das unsere Demokratie zu vernichten droht. Wir stehen an der Seite unserer Kolleg*innen in Kunst und Kultur, die dort um ihr demokratisch verbrieftes Recht (GG Artikel 5, Absatz 3) auf Freiheit der Kunst bangen müssen. Uns beunruhigen Forderungen, die Kulturförderung von „deutscher Identität“* oder „patriotischer Grundhaltung“* abhängig machen sollen. Ebenso sorgen wir uns um Maßnahmen, die queere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Migrant*innen ausgrenzen sollen.
Kunst darf patriotisch sein. Sie darf international sein. Sie darf konservativ sein, links, queer, religiös, unbequem, unterhaltsam, politisch oder vollkommen zweckfrei. Sie darf Deutschland feiern und Deutschland kritisieren. Wir verteidigen nicht die Freiheit einer bestimmten Kunst. Wir verteidigen die Freiheit jeder Kunst. Kunstfreiheit kennt keine Grenzen. Auch nicht Landesgrenzen.
* wir beziehen uns hier auf: AfD Sachsen-Anhalt, „Das Land zuerst. Regierungsprogramm zur Landtagswahl 2026“, S. 59–61, 135 und 192; offizielle Endfassung, beschlossen am 11. April 2026.