Wir trauern um Michael Bauer

Foto­gra­fie: Rudolf H. Boettcher

Das Chaw­we­rusch Thea­ter trau­ert um Micha­el Bauer.

Am 3.6. ist der in Herx­heim ansäs­si­ge Schrift­stel­ler Micha­el Bau­er mit 79 Jah­ren verstorben.

Micha­el war in viel­fäl­ti­ger Wei­se mit Chaw­we­rusch ver­bun­den. Als Thea­ter­au­tor oder Dra­ma­turg war er immer wie­der für uns tätig. Auch sei­ne Geschich­ten, Gedich­te und Lied­tex­te fan­den in unse­ren Thea­ter­stü­cken ihren Platz.

Er hat ein umfang­rei­ches lite­ra­ri­sches Werk hin­ter­las­sen, das für unser Thea­ter sehr berei­chernd war und ist.
Sein ganz eige­ner Umgang mit der Pfäl­zer Mund­art hat uns immer wie­der begeis­tert: Sei­ne fre­chen und sati­ri­schen Gedich­te, in denen er das Pfäl­zer­tum so lie­be­voll wie iro­nisch aufs Korn nimmt, sei­ne Poe­sie, die Spaß bringt und zugleich zum Nach­den­ken anregt.

Pfalz­ge­tü­mel, Lob­ge­sang auf „Weck, Worsch und Woi“ war nicht sei­ne Welt. Da spiel­te er lie­ber mit den Wor­ten, wie unser Pir­ma­sen­ser Dada Dich­ter Hugo Ball.
Micha­el ist es gelun­gen, der pfäl­zi­schen Spra­che neue Klän­ge und See­len­tie­fe zu geben, Tabu­the­men auf­zu­grei­fen und den Pfälzer*innen man­ches zuzu­mu­ten. Auch im Umgang mit dem ver­dräng­ten Erbe des Natio­nal­so­zia­lis­mus scheu­te er sich nicht, auf unkri­ti­sche Ver­harm­lo­sung hin­zu­wei­sen. So gab er den im Mund­art­dich­ter­wett­streit in Bocken­heim erhal­te­nen Jokob-Bös­henz-Preis zurück, weil er von des­sen Sym­pa­thien für die Macht­ha­ber im Drit­ten Reich erfah­ren hatte.
Wir sind dank­bar für die vie­len Impul­se, die er unse­rem Thea­ter durch sei­ne schrift­stel­le­ri­sche Arbeit geschenkt hat. Immer wie­der war Micha­el auch Live in unse­rem Thea­ter zu erle­ben. Das Chaw­we­rusch Thea­ter ist Micha­el Bau­er zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet. Wir möch­ten Moni­ka Klee­bau­er, sei­ner Ehe­frau, unser herz­li­ches Bei­leid zum Aus­druck bringen.

Wir wer­den Micha­el als freund­li­chen und geschätz­ten Künst­ler und Poe­ten in Erin­ne­rung behalten.