Über uns

Chaw­we­rusch ist längst eta­bliert, aber noch immer macht Chaw­we­rusch ein Thea­ter, das so nir­gend­wo sonst im Land zu sehen ist. Sti­lis­tisch viel­fäl­tig und immer wie­der neu, irgend­wo zwi­schen Hor­váth und Brecht, zwi­schen Commedia dell’ Arte und Dario Fo zwi­schen Theat­re du Soleil und sich selbst – ambi­tio­nier­tes, alter­na­ti­ves, kri­ti­sches  Volkstheater.

(S2 Kul­tur)

Chaw­we­rusch ist das pro­fes­sio­nel­le Thea­ter­kol­lek­tiv der Süd­pfalz mit eige­ner Spiel­stät­te, das Geschich­te und Geschich­ten erleb­bar macht. Wir ver­fü­gen über drei­ßig Jah­re Erfah­rung in akti­ver krea­ti­ver Thea­ter­ar­beit und sind stets offen für neue Ideen, The­men, Stü­cke und Pro­jek­te. Jähr­lich kom­men zwei bis fünf neue Pro­duk­tio­nen in der eige­nen Spiel­stät­te, dem Thea­ter­saal in Herx­heim, zur Auf­füh­rung. Im Zen­trum des Spiel­plans steht die Ent­wick­lung eige­ner Stü­cke, die sich für unter­schied­li­che Spiel­or­te eig­nen. Seit unse­rer Grün­dung 1984 haben wir über 90 Stü­cke auf die Büh­ne gebracht.

Inspi­riert von außer­ge­wöhn­li­chen The­men und Orten pro­du­ziert das Chaw­we­rusch Thea­ter zudem mit Ama­teu­ren genera­tio­nen­über­grei­fen­de Groß­pro­jek­te auf hohem künst­le­ri­schem Niveau. Recher­chier­te regio­na­le Geschich­te und Geschich­ten (bei­spiels­wei­se „Land­au­er Leben – ein Thea­ter­weg durch die Jüdisch-Land­au­er Geschich­te“) sind immer wie­der wich­ti­ge Bestand­tei­le unse­rer Inszenierungen.

Aber auch Klas­si­ker (wie Goe­thes Faust, Shake­speares Ham­let, Kleists Micha­el Kohl­haas oder Grim­mels­hau­sens Sim­pli­ci­us Sim­pli­cis­si­mus) betrach­ten und insze­nie­ren wir aus ‚ver‑rückten‘ Per­spek­ti­ven. Ziel ist es, Thea­ter von Leu­ten für Leu­te zu machen, immer nah an den Men­schen und ihrer aktu­el­len Erleb­nis­welt zu blei­ben, manch­mal auch zu irri­tie­ren, aber stets mit einem Augen­zwin­kern, ganz nach dem Chawwerusch-Motto

„Komisch, tra­gisch, herzlich!“

Unse­re Stü­cke ent­ste­hen in einem inten­si­ven Pro­zess von Impro­vi­sa­ti­on, Expe­ri­ment und gemein­sa­mer Dis­kus­si­on. Der Schauspieler*innen steht mit sei­nem Kör­per und sei­ner Stim­me im Zen­trum der Insze­nie­rung. Mar­ken­zei­chen ist unter ande­rem ein offe­ner, meist sti­li­sier­ter Büh­nen­raum mit ein­fa­chen, aber wan­del­ba­ren Requi­si­ten und Kos­tü­men. So las­sen die Akteu­re selbst nur durch Andeu­tung von Sze­ne zu Sze­ne neue, oft auch über­ra­schen­de Bil­der und Räu­me ent­ste­hen. Neben der Hoch­spra­che spie­len wir gleich­be­rech­tigt mit ver­schie­de­nen Dia­lek­ten und Sprach­for­men, begrei­fen uns aber nicht als hei­mat­pfle­ge­ri­sches Mund­art­thea­ter. Inte­gra­ler Bestand­teil aller Stü­cke ist die Musik, die meist eigens für das jewei­li­ge Stück kom­po­niert, arran­giert und von den Akteu­ren live gesun­gen und gespielt wird.

Über Jah­re ent­stand eine unver­wech­sel­ba­re Hand­schrift, die nicht nur in Eigen­pro­duk­tio­nen, son­dern auch in viel­fäl­ti­gen Pro­jek­ten mit Ama­teu­ren sicht­bar wird. Chaw­we­rusch will nicht nur Thea­ter für Zuschauer*innen machen, son­dern auch mit ihnen. Für die­se Akti­vi­tä­ten und die Ver­diens­te im Bereich Lite­ra­tur und Thea­ter wur­den wir viel­fach mit Prei­sen aus­ge­zeich­net: Unter ande­rem mit dem Kunst-För­der­preis des Lan­des Rhein­land-Pfalz (1994), dem För­der­preis der Stif­tung zur För­de­rung der Kunst in der Pfalz (1998), dem Pami­na Kul­tur­preis (2005), dem Preis der Emichs­burg bei den Bocken­hei­mer Mund­art­ta­gen (2006) und mit der Her­mann-Sins­hei­mer-Pla­ket­te in Freins­heim (2010).

Wir sind Mit­glied im Lan­des­ver­band pro­fes­sio­nel­ler frei­er Thea­ter in Rhein­land-Pfalz (laprof­th), wir schät­zen und för­dern gute Team- und Zusam­men­ar­beit sowie die Ver­net­zung mit ande­ren Kul­tur- und Theaterschaffenden.

Mit der Expe­di­ti­on Chaw­we­rusch gibt es seit 2014 eine Spar­te am Chaw­we­rusch Thea­ter, die sich in ers­ter Linie – aber nicht nur – an jun­ge Men­schen rich­tet. An die Arbeit von Chaw­we­rusch anknüp­fend und dar­auf auf­bau­end sucht die Expe­di­ti­on nach inhalt­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen und ästhe­ti­schen Aus­drucks­for­men, die gezielt jun­ge Men­schen anspre­chen. Dar­aus ent­ste­hen Pro­duk­tio­nen, die sowohl im Thea­ter­saal als auch unter­wegs – vor allem in Schu­len – gespielt werden.

Außer­dem bie­tet die Expe­di­ti­on Jugend­li­chen die Mög­lich­keit, unter der Anlei­tung von Pro­fis und unter pro­fes­sio­nel­len Bedin­gun­gen auf der Büh­ne zu ste­hen. Beson­ders Inter­es­sier­te kön­nen Thea­ters­cout wer­den, sich somit näher an das Thea­ter bin­den und grö­ße­ren Ein­blick in die Arbeit bekom­men. 2015 wur­den die Thea­ters­couts der Expe­di­ti­on mit dem Bür­ger­preis der Spar­kas­se Süd­li­che Wein­stra­ße in der Kate­go­rie „U21“ aus­ge­zeich­net. Der Bür­ger­preis 2015 stand unter dem Mot­to „Kul­tur leben – Hori­zon­te erweitern.“

Durch die enge Zusam­men­ar­beit mit Schu­len in der Regi­on in Form von Koope­ra­ti­ons­schu­len möch­te die Expe­di­ti­on dazu bei­tra­gen, dass Thea­ter für Schüler*innen nicht zum Pflicht­be­such wird und dass sich jun­ge Men­schen fürs Thea­ter begeistern.