Jugend ohne Gott — Stückinfo 

Ein Live-Hör­spiel nach dem Roman von Ödön von Horváth

Ein 34-jäh­ri­ger Leh­rer unter­rich­tet im „Drit­ten Reich“ Geschich­te und Geo­gra­phie. Aus sei­ner Sicht ist die jun­ge Genera­ti­on ver­roht und scheint kein Gewis­sen mehr zu haben. Doch er fragt sich resi­gniert: „Was ver­mag der Ein­zel­ne gegen alle?“ und bleibt stumm.

Zusam­men mit sei­ner Schul­klas­se fährt er in ein vor­mi­li­tä­ri­schen Zelt­la­gers. Dort spitzt sich die Situa­ti­on dra­ma­tisch zu. Ein Schü­ler wird erschla­gen im Wald gefun­den. Schnell wird ein mut­maß­li­cher Mör­der gefasst. Der Leh­rer aber weiß mehr und beginnt nach dem wah­ren Täter zu for­schen. Schließ­lich muss er sei­nen Mut unter Beweis stel­len und kann nicht län­ger schweigen…

Der Schau­spie­ler Ste­phan Wrie­cz und der Musi­ker Peter Hinz las­sen die­se Geschich­te in einem Live-Hör­spiel leben­dig wer­den. Der Fokus liegt auf dem Hören, es ist eine akus­ti­sche Erleb­nis­rei­se, zu der die Zuschau­er ein­ge­la­den sind. Gera­de noch hört man die Nazis mar­schie­ren, da ertö­nen sanf­te indi­sche Tab­la-Klän­ge und las­sen vor dem inne­ren Auge das Bild einer roman­ti­schen Mond­nacht ent­ste­hen. Man kann dem Gan­zen ein­fach nur lau­schen oder auch den bei­den Spie­lern beim Geräusche­ma­chen beob­ach­ten, zuse­hen, wie sie die Atmo­sphä­ren um den Text her­um kre­ieren. Und ehe man sich ver­sieht, ist man hin- und her­ge­ris­sen zwi­schen Marsch- und Welt­mu­sik, zwi­schen dem Duck­mäu­ser­tum des Leh­rers und sei­nen Gewissensbissen.

In dem 1937 erschie­nen Roman von Hor­váth beob­ach­tet der Leh­rer das emo­tio­na­le Abstump­fen sei­ner Schü­ler – aber er unter­nimmt nichts, es lässt die Din­ge pas­sie­ren. Eben des­halb spitzt sich die Situa­ti­on zu. In „Jugend ohne Gott“ geht es um die Gefahr, die in die­sem ent­spann­ten Zurück­leh­nen steckt. Und um den Mut, dage­gen anzu­kämp­fen – und was er bewir­ken kann.

In Geden­ken an die Reichs­po­grom­nacht vor 80 Jah­ren pro­du­ziert die Expe­di­ti­on die­ses Live-Hör­spiel — ein Thea­ter­er­leb­nis der beson­de­ren Art.

Pre­mie­re am 21. Sep­tem­ber 2018
Stück­dau­er ca. 65 Minu­ten, kei­ne Pause

Wir emp­feh­len das Stück ab 14 Jah­ren bzw. ab der 9. Klasse.

Es spre­chen und spielen
Ste­phan Wriecz
Peter Hinz

Kom­po­si­ti­on
Peter Hinz

Regie, Büh­nen­fas­sung und Ausstattung
Jule Kracht

Dra­ma­tur­gie
Wal­ter Menzlaw

Pro­duk­ti­ons­lei­tung
Ste­phan Wriecz

Regie­as­sis­tenz
Mile­na Haubold

Tech­nik
Kim Acker & Joël Krauß

Die Pro­duk­ti­on wur­de geför­dert vom Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft, Wei­ter­bil­dung und Kul­tur Rhein­land-Pfalz und der Leit­stel­le Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on im Minis­te­ri­um des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz.
Wir dan­ken den Unterstützer*innen der Expe­di­ti­on Chaw­we­rusch.