Liberté, wir kommen! – Pressestimmen

Denn es [das Stück] nimmt die Menschen in den Fokus, die durch immer höhere fürstliche Steuern ausgepresst werden. Die Wirtsfamilie des Gasthauses zum türkischen Kaiser etwa, das es tatsächlich gab, muss ihre Stühle verkaufen und kann den wöchentlich erscheinenden Amtmann dennoch nicht auszahlen. … Viele schöne Einfälle halten die Zuschauer bei der Stange. Die flatterhaften Bergfinken etwa, die immer Gefahr laufen, ein Opfer der berüchtigten Böhämmerjagd zu werden, und die Neuigkeiten aus dem benachbarten Frankreich von den Dächern pfeifen und von den echten Vögeln im Schlosshof Antwort bekommen. Oder die kleine Einlage im Stil eines Kasperletheaters, in der ein Spitzel auf einer Mauer hockende Kinder der Revolutionäre aushorcht. Und natürlich die mitreißenden Lieder von Moritz Erbach. … Das Bühnenbild von Gerd Friedrich ist einfach und überaus wirkungsvoll. Mit wenigen Griffen lassen sich vier fahrbare Podeste mit segeltuchbespannten Aufbau vielfach variieren: Sie werden zu Ausschankstellen, fürstlichen Gemächern und drohen als Silhouette mit dem Schatten der Guillotine.
(Premierenkritik von Birgit Möthrath, DIE RHEINPFALZ, 07.06.2021)