Liberté, wir kommen! — Pressestimmen

Her­aus­ge­kom­men ist eine voll­blü­ti­ge, durch und durch erd­ver­bun­de­ne, bei aller his­to­ri­schen Authen­ti­zi­tät ganz der Tra­di­ti­on des Volks­thea­ters ver­pflich­te­te Num­mern­re­vue im bes­ten „Chawwerusch“-Stil: lebens­prall, unver­stellt, gedan­ken­schwer und unbe­küm­mert, mal derb und mal zärt­lich – eben klas­si­sche Commedia dell’ Arte uff Päl­zisch, effekt­voll in Sze­ne gesetzt von Uwe John. (…) All das kommt so prall und lebens­damp­fend auf die Büh­ne, wie wir es am „Chawwerusch“-Theater schät­zen. Das von Gerd Fried­rich ent­wor­fe­ne Büh­nen­bild ist eben­so ein­fach wie varia­bel und effi­zi­ent; es ist Schank­raum und Emp­fangs­saal, Bar­ri­ka­de und Hain. (…) Man muss­te die his­to­ri­schen Daten nicht her­un­ter­be­ten kön­nen, um die neue „Chawwerusch“-Produktion zu genie­ßen. Viel­mehr erreich­ten die Prot­ago­nis­ten direkt das Gemüt des Publi­kums. (…) Möge es [das Chaw­we­rusch Thea­ter] uns wei­ter­hin der­art unter­halt­sa­me Nach­hil­fe in Geschich­te und Hei­mat­kun­de leisten.“
(Rai­ner Dick, DIE RHEINPFALZ, 14.06.2021)

Denn es [das Stück] nimmt die Men­schen in den Fokus, die durch immer höhe­re fürst­li­che Steu­ern aus­ge­presst wer­den. Die Wirts­fa­mi­lie des Gast­hau­ses zum tür­ki­schen Kai­ser etwa, das es tat­säch­lich gab, muss ihre Stüh­le ver­kau­fen und kann den wöchent­lich erschei­nen­den Amt­mann den­noch nicht aus­zah­len. … Vie­le schö­ne Ein­fäl­le hal­ten die Zuschau­er bei der Stan­ge. Die flat­ter­haf­ten Berg­fin­ken etwa, die immer Gefahr lau­fen, ein Opfer der berüch­tig­ten Böhäm­mer­jagd zu wer­den, und die Neu­ig­kei­ten aus dem benach­bar­ten Frank­reich von den Dächern pfei­fen und von den ech­ten Vögeln im Schloss­hof Ant­wort bekom­men. Oder die klei­ne Ein­la­ge im Stil eines Kas­per­le­thea­ters, in der ein Spit­zel auf einer Mau­er hocken­de Kin­der der Revo­lu­tio­nä­re aus­horcht. Und natür­lich die mit­rei­ßen­den Lie­der von Moritz Erbach. … Das Büh­nen­bild von Gerd Fried­rich ist ein­fach und über­aus wir­kungs­voll. Mit weni­gen Grif­fen las­sen sich vier fahr­ba­re Podes­te mit segel­tuch­be­spann­ten Auf­bau viel­fach vari­ie­ren: Sie wer­den zu Aus­schank­stel­len, fürst­li­chen Gemä­chern und dro­hen als Sil­hou­et­te mit dem Schat­ten der Guillotine.
(Pre­mie­ren­kri­tik von Bir­git Möthrath, DIE RHEINPFALZ, 07.06.2021)

Die acht Dar­stel­ler … begeis­ter­ten durch ihre aus­drucks­star­ke Spiel­freu­de und Lei­den­schaft, durch Musik und Gesang unter der Regie von Uwe John. (…) Mit minu­ten­lan­gem Applaus zoll­te das Publi­kum am Ende den Akteu­ren auf und hin­ter der Büh­ne gro­ßen Respekt für die­se wahr­haft unter­halt­sa­me Geschichtsstunde.
(Ros­wi­tha Kexel, ÖFFENTLICHER ANZEIGER MEISENHEIM, 2.9.2021)

So haben sie auch der Geschich­te der „Bergzaber­ner Repu­blik“ und dem Weg der Frei­heit in die Pfalz erneut in her­vor­ra­gen­der schau­spie­le­ri­scher Leis­tung Leben ein­ge­haucht und das Publi­kum mit auf eine Rei­se in die Zeit um 1792 genom­men. … Die­se Rol­le ist bekannt als Chor in grie­chi­schen Tragödien. Chaw­we­rusch nutz­te die­ses Ele­ment ähnlich wie in den bekann­ten Vor­la­gen. Die Berg­fin­ken waren während des gesam­ten Stückes anwe­send und kom­men­tier­ten oder betei­lig­ten sich gar gele­gent­lich an der Hand­lung. (Ceci­lia Wahl, NAHE-ZEITUNG,18.08.2021)